Burger

„UNDERWORLD“

Dave Bopp

„Underworld“

08.09. – 17.11.2022

Die Galerie Sturm & Schober eröffnet nach der Sommerpause die Galeriesaison mit einer Einzelausstellung von Dave Bopp. Bereits 2017 waren Arbeiten des inzwischen in Berlin lebenden Malers in der Galerie Bäckerstraße 4 zu sehen. Die Ausstellung „Underworld“ ist sein zweiter Auftritt in Wien.

Ungegenständlich waren Dave Bopps Malereien schon immer. Wenn man überhaupt einen Gegenstand in seinen Malereien ausmachen wöllte, dann wäre er nicht von dieser Welt, sondern irgendwo zwischen Imagination, Fantasie und Hypostasie angesiedelt. Also dort, wo unsere Ideen und Vorstellungen sich nicht mehr auf eine gegenständliche Bestimmung oder empirische Erfahrung berufen können. In diesen Sphären hat die Malerei für Dave Bopp ihren originären Platz, wie er selbst sagt: „Das Aufregende und Faszinierende an der Malerei ist meiner Meinung nach das Erfinden von Bildern. Etwas zu entwickeln, was man sich gar nicht ausdenken kann. Dabei ist es fundamental, dass sich ein Bild von einer vorausgegangenen Bildidee abnabelt und seine Entstehung in einen selbstbestimmten Prozess übergeht.“

Dieser Prozess beginnt klassisch analog mit Malerei, aus der Bopp digitale Vorlagen generiert, die wiederum in materialisierter Form in den Bildentstehungsprozess einfließen. Schritt für Schritt und Schicht um Schicht entstehen daraus Bildwelten, die man sich tatsächlich nicht ausdenken und schon gar nicht empirisch nachvollziehen kann. In den vergangenen Jahren hat Dave Bopp diesen Prozess technisch perfektioniert und weiterentwickelt. Darüber hinaus stellen seine jüngsten Arbeiten in der Galerie Sturm & Schober eindrucksvoll unter Beweis, dass das Erfinden von Bildern schier grenzenlos zu sein scheint: angesiedelt in einer „Unterwelt“, in der es malerisch brodelt und zischt, unwirklich und lebensfeindlich, nicht von dieser Welt.

Das monumentale „Aftermath“ (2020) ist ein ebenso gewaltiges wie überwältigendes Werk, hochgradig energetisch, aber nicht minder dystopisch. In dem Mittelformat „Light-headed, I gazed into the inverted world beneath” (2022) weist in der oberen Ecke ein blaues Firmament darauf hin, dass es in der „verkehrten Welt“ zumindest ein wenig Grund zu Optimismus gibt. In der Arbeit „Sundown“ (2019) kann man die verbrannte Erde fast riechen, während sich in „Swell“ (2022) Farbschlieren zu einer mächtigen Welle auftürmen, hinter der ein schwarzer Planet versinkt.

Das alles wäre natürlich zu viel gesagt, denn: Angesichts einer Malerei, die nicht von dieser Welt ist, droht sich bei aller Ungegenständlichkeit auch die Imagination, Fantasie und Hypostasie zu verselbstständigen. Aber das macht die Arbeiten von Dave Bopp nur noch faszinierender.

Dave Bopp (*1988 in Basel) lebt und arbeitet in Berlin. Von 2009 – 2011 studierte er an der Zürcher Hochschule der Künste, 2011 wechselte er an die Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart und machte 2018 seinen Abschluss bei Prof. Reto Boller. Seit 2011 hatte Dave Bopp zahlreiche Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, u. a. in Stuttgart, Freiburg, Wien, Zürich, Berlin und New York.

 

Ralf Christofori

Beteiligte Künstler:innen

Dave Bopp